Programmheft

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Pressespiegel

Lesen Sie Auszüge aus Rezensionen des 1. Chorkonzerts der Spielzeit 2017/2018:

"Mozarts Bitte um Erbarmen
Erstes Chorkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker überzeugt.
(...) Im ersten Chorkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker standen die 'Litanei KV243' von W.A. Mozart auf dem Programm und die 'Messe Nr. 1 d-moll' von Anton Bruckner. (...)
Die Litanei wird zu einem opernhaften Ausdruck
Die Arie des Tenors 'Panis vivus' hat ihren musikalischen Ursprung in der barocken Arie, in der die halsbrecherischen Koloraturen Dramatik erzeugen, gesungen von James Park, der Chor hatte in 'Pignus futurae gloriae' eine schwierige Doppelfuge zu bewältigen. Mozarts musikalische Phantasie verwandelt jede Phase der Litanei in eine abwechslungsreiche Bitte um Erbarmen, die eher an einen opernhaften Ausdruck und eine positive Lebensvorstellung erinnert als an ein gleichförmiges gemeinschaftliches Gebet. Bruckner komponierte in Linz die Messe Nr.1 d-moll. Verhalten, leise, aus den Streichern heraus entwickelt sich das 'Kyrie', die gregorianischen Worte des 'Gloria in excelsis Deo', gesungen von James Park, bildeten den Bezug zur traditionellen gregorianischen Liturgie, dieser kurzen 'Einleitung' folgte das 'Gloria', dem Bruckner ein immer wieder sich entwickelndes Crescendo aus unterschiedlichen Intrumentationspassagen hin zu mächtigen Klnagräumen widmet.
Auch im 'Credo' bilden Pianissimo-Soli, das Solistenquartett mit einzelnen Solopassagen der Instrumentalisten ein intensives Miteinander mit dem Chor. Voller Energie sang der Chor die Fortepassagen, die durch Hörner, Trompeten und Posaunen noch intensiviert wurden. (...)
Engagiert, umsichtig leitete Michael Preiser das Konzert, hob Pianissimi hervor, ließ den solistischen Passagen auch im Orchester Raum und führte den Chor zu massivem Klangvolumen und intensivem Ausdruck. Das Publikum spendete Solisten, Chor und Dirigent langanhaltenden Beifall."
ubr in WZ KR, 16.11.17

"Chorkonzert: Bruckner und Mozart begeistern
(...) Der Abend begann mit der 'Litanei vom allerheiligsten Altarssakrament', die Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1776 schrieb. In neun klanggesättigten Teilenwechselten sich vier solisten und chor ab, begleitet von einem nicht allzu groß besetzten Orchester. Preiser führte mit klarem Dirigat alle Beteiligten durch diverse, bestens gemeisterte vokale Schwierigkeiten. Da ist die gefürchtete Doppelfuge 'Pignus futurae gloriae'zu enennen, die der 'Niederrheinische Konzertchor', den der Dirigent und seine beiden Stimmbildnerinnen Sabine Sanz und Charlotte Schäfer minutiös vorbereitet hatten, präzise und klangschön bewältigte. Solotenor James Park brillierte in der virtuosen Arie 'Panis vivus', und Julia Danz – stimmlich merklich verbessert – fand strahlende, sichere Sopranhöhen und innigen Ausdruck in 'Dulcissimum convivum' und dem abschließenden 'Agnus Dei'.
Ein ausgesprochenes Chorwerk mit hohem Anspruch und beeindruckender Ausdruckskraft war das zweite Werk des Abends – die Messe Nr. 1 d-moll von Anton Bruckner, 1864 komponiert. Jubel und Flehen, schlichte choralartige Passagen und polyphone Kunst vereinigt der fromme Komponist in seinem Werk. Die Damen und Herren des Konzertchores bewältigten die erheblichen Herausforderungen mit (bei den Herren manchmal zu knalliger) Klangpracht und großer Intensität. Wunderschön das abschließende 'Dona nobis pacem', die Bitte um Frieden. Begeisterter Applaus für alle Mitwirkenden."
Feh in RP KR, 17.11.17

"Mozart und Bruckner im 1. Chorkonzert
Mit einer Litanei begann das erste Chorkonzert. Allerdings: Mozarts 'Litaniae de venerabili altaris Sacramento' hat mit Litanei im üblichen Wortgebrauch nichts zu tun. Das Werk bietet ein Maximum an Abwechslung. viel Abwechslung enthält auch Bruckners Messe Nr. 1 in d-moll. Damit waren zwei Werke der Sparte Kirchenmusik zu hören, und zweifellos bot die evangelische Hauptkirche Rheydt dafür einen ausgezeichneten Rahmen. Beide Werke liegen weit auseinander. Mozarts KV 243 erinnert an klassische Oper, Bruckners Messe an spätromantische Symphonik.
(...)
Spielfreudig und transparent musizierten die Niederrheinischen Sinfoniker Wolfgang Amadeus Mozart, mit kräftigem, wuchtigem Klang Anton Bruckner. Mit tadellosen Leistungen warteten die vier Gesangssolisten auf, (...). Auch der Niederrheinische Konzertchor beeindruckte, er hatte schließlich keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Schwierige Koloraturen und ungewohnte Modulationen waren an der Tagesordnung. Die Mühen der Probenarbeit wurden belohnt, es gelang eine ausgezeichnete Wiedergabe. Erwähnenswert ist auch, dass die vier Stimmgruppen des Chors zwar quantitativ unterschiedlich stark besetzt sind, dabei aber in der Lautstärke durchaus ausgewogen klingen.
Michael Preiser hatte alles sehr sorgfältig einstudiert und bewährte sich als konzentrierter und sicherer Gesamtleiter.
Sowohl die beiden Werke wie die Qualität der Aufführung fanden viel Anklang beim Publikum, das machte der begeisterte Beifall deutlich. (...)"
Gert Holtmeryer in RP MG, 17.11.17

Lesen Sie Auszüge aus Rezensionen des 2. Chorkonzerts der Spielzeit 2016/2017:

"Publikum feiert Blechbläser im Chorkonzert
Der Niederrheinische Konzertchor präsentierte ein außergewöhnliches, aber wieder hochkarätiges Programm.
Ganz auf sich gestellt, ohne Begleitung und ohne instrumentales Vorspiel, leitete eine Tenorstimme von der Kanzel der Friedenskirche aus Monteverdis "Vespro della Beata Vergine" ein. Dann übernahmen die Blechbläser.
Zwei recht unterschiedliche, dabei aber doch gut zusammenpassende Teile standen sich im zweiten Chorkonzert gegenüber. Vorbarock ging es im ersten Teil zu, mit zwei bekannten Altmeistern aus Italien und einem aus Deutschland, mit Monteverdi, Gabrieli und Schütz. Spätromatisch klang es nach der Pause mit einem Werk des (...) Joseph Jongen (1873-1953).
(...) Ob in den beiden Sätzen aus Monteverdis Marienvesper oder in 'An den Wassern zu Babel' aus den 'Psalmen Davids' von Heinrich Schütz: Die Blechbläser der Niederrheinischen Sinfoniker beeindruckten (...) durch Präzision und saubere Intonation. (...)
Der Niederrheinische Konzertchor trat erst im zweiten Teil in Erscheinung, war dafür aber umso mehr gefordert. Für die Chorsänger steckt Joseph Jongens 'Messe en l'honneur du Saint-Sacrement' voller tückischer Schwierigkeiten. Bei den Einsätzen sind die Stimmen oft auf sich allein gestellt. Die komplizierten Harmonien sind schwer zu hören, die Intervalle klingen ungewohnt. einerseits war für Abwechslung gesorgt, weil das Werk in eine ganz andere Klangwelt führte als der erste Teil. Andererseits deutete die Kombination von Chor, Blechbläsern und Orgel auch auf eine Rückbesinnung des Komponisten auf Gabrielis Klangideal hin. Maria Benyumova hatte alles sehr sorgfältig einstudiert und gefiel als umsichtige Gesamtleiterin.
Langer, herzlicher Beifall der zahlreich gekommenen Zuhörer dankte allen Mitwirkenden."
Gert Holtmeyer in RP KR, 09.03.17

"Ein Konzert der Raritäten
Frühbarock und Spätromantik - in Harmonie vereint: Der Niederrheinische Konzertchor, die Blechbläser der Niederrheinischen Sinfoniker und Solisten boten in der evangelischen Hauptkirche ein ausgefallenes Programm.Chordirektorin Maria Benyumova ist das Wagnis eingegangen, und das Ergebnis gab ihr recht. Sie präsentierte den von ihr geleiteten Niederrheinischen Konzertchor gemeinsam mit den Blechbläsern der Niederrheinischen Sinfoniker, und das Publikum in der evangelischen Hauptkirche am Markt zeigte sich von dem ganz besonderen Programm, das Frühbarockes mit Spätromantischem verband, und dem klanglichen Ergebnis äußerst angetan. Der Schlussbeifall war intensiv und ausdauernd.
'Deus in adjutorum meum intende' - 'Herr, eile mir zur Hilfe': Diesen Einstieg in die 'Marienvesper' von Claudio Monteverdi (1567-1643) sang James Park mit volumenreichem Tenor von der Empore aus. Darauf folgte der erste Teil dieser Vesper in einer makellos interpretierten Bläserbearbeitung von Matthias Linke. (...)
(...) Mit dem Psalm 137 aus den 'Psalmen Davids' von Heinrich Schütz (1585-1672) war ein erster vokaler Höhepunkt des Abends zu bewundern.
Ein Solistenqurtett aus den Opernstudio-Mitgliedern Julia Danz (Sopran), Agnes Thorsteins (Mezzosopran), Xianghu ALexander Liu (Tenor) und Shinyoung Yeo (Bass-Bariton)und ein (...) 'Kammerensemble' vermochten, begleitet von vier Bläsern, die farbige, konturenreiche, ganz am Wort orientierte Klangsprache des Gabrieli-Schülers Schütz spannungsvoll und bewundernswert stilgerecht zu unterpretieren.
Die erst im Jahr 1990 uraufgeführte 'Messe vom Allerheiligsten Altarsakarament' des belgischen Komponisten Joseph Jongen (1873-1953) für Chor, vier Solisten, Belchbläser und Orgel war Glanz- und Schlusspunkt dieses 'Konzerts der Raritäten'. Die spätromantische Klangsprache (...) stellte die Choristen vor immense Schwierigkeiten. Doch die sehr engagiert und aufmerksam der ausdrucksvollen Zeichengebung ihrer Dirigentin folgenden Sängerinnen und Sänger meisterten bewundernswert die zahlreichen Klippen der komplizierten Partitur – nicht zuletzt Dank der einfühlsamen Unterstützung durch die präsenten Bläser und die punktgenaue Orgelbegleitung (Karsten Seefing) – eine mitreißende, teils klangintensive, teils auch ganz zurückgenommene Wiedergabe, die ungemein fesselte. (...)"
Heide Oehmen in RP MG, 10.03.17

Kang und Licht

Der Niederrheinische Konzertchor im Konzert "Klang & Licht", City Kirche Alter Markt Mönchengladbach

Auszüge aus Rezensionen des 1. Chorkonzerts der Spielzeit 2016/2017:

"Händels 'Messiah' in der Originalfassung
Das erste Chorkonzert in der Kaiser-Friedrich-Halle war gut besucht, und die Aufführung des 'Messiah', so der Original-Titel, fanz zurecht beim Publikum viel Anklang. GMD Mihkel Kütson legte Wert auf hostorische Authentizität.
(...) In diesem Jahr wird der Messias relativ häufig aufgeführt, doch in der englischen Originalfassung begegnet man dem Oratorium in unseren Breiten nur selten. (...) Das Textverständnis war unproblematisch, enthielt das Programmheft doch das Libretto auf Englisch und Deutsch.
(...) Gleich mit den ersten Takten der Sinfonia wurde klar, dass Gesamtleiter GMD Mihkel Kütson auf historische Authentizität Wert llegte. Die Streicher sparten am Vibrato und vor allem: Sie achteten auf Transparenz. Die Tongebung war schlank (...). Der Gesamtklang war lebendig und federnd. Das Verhältnis zu Chor und Solisten stimmte. (...)
Gut aufgelegt war auch der von Maria Benyumova sehr sorgfältig einstudierte Niederrheinische Konzertchor. Engagiert waren die Mitglieder bei der Sache. Kraftvoll erklangen die beliebten Passagen wie das Hallelujah oder 'The Prince of Piece', eindringlich gelangen auch die besinnlich leisen Passagen wie 'Since by man came death' im dritten Teil.
Interessant war auch festzustellen, dass Übersetzungen gelegentlich zu inhaltlichen Veränderungen führen. Rezitativ und Arie für den Bass handeln auf Deutsch von einer Posaune, auf Englisch von einer Tompete. Eben die wird auch von Händel eingesetzt. Um es nicht zu vergessen: Sie wurde sehr gut gespielt.
Die Bass-Arien waren bei Andrew Nolen zuverlässig aufgehoben. Für den erkrankten Tenor Michael Siemon war kurzfristig Michael Brutscher gekommen, der eine tadellose Partie ablieferte. Für die junge Mezzosopranistin Agnes Thorsteins war der gut gelungene Auftritt ein kräftiger Sprung nach vorn (...). Über die Entwicklung der Sopranistin Sophie Witte durfte man sich vor wenigen Tagen beim Fauré-Requiem freuen. Ihre Messiah-Partie war ein weiterer Glanzpunkt.
Erfreulich war auch die Begeisterung, mit der alle Mitwirkkenden hör- und sichtbar bei der Sache waren. Begeistert war auch der Beifall des Publikums."
Gert Holtmeyer in RP MG, 05.11.16

"Eine wahre Klangpracht – der 'Messiah' im Seidenweberhaus
Selten erlebten die Zuhörer die gut sechzig Damen und Herren so präsent, ausgeglichen, koloraturfreudig und mit homogener, gut durchhörbarer Klangpracht wie beim 'Messiah', dem berühmtesten Oratorium Georg Friedrich Händels. auch das ungewohnte originale Altenglisch schien den von Chordirektorin Maria Benyumova bestens vorbereiteten Vokalisten keierlei Schwierigkeiten zu bereiten. Ein Ohrenschmaus!
Damit sollen die Leistungen der übrigen Mitwirkenden jedoch nicht geschmälert werden. Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson, für den dieser Messias eine Premiere war, hatte die recht große Streicherbesetzung der Niederrheinischen Sinfoniker auf vibratoarmes, leichtfüßiges, sorgfältig artikuliertes Musizieren verpflichtet. (...)
ABwechslungsreiche Klangeffekte erreichte der mit Emphase leitende GMD, der durchweg frische, doch nie überzogene Tempi wählte, indem er die Streicherbesetzung immer wieder einmal reduzierte – vor allem bei der Begleitung der Solisten.
Hier begeisterte Sophie Witte, deren leuchtender, dynamisch flexibler und koloraturfreudiger Sopran für 'Erwachet, frohlocket' ebenso geeignet war wie für die glaubensstarken Aussagen in 'Ich weiß, dass mein Erlöser lebet".
Für die Isländerin Agnes Thorsteins (...) war der Messias die erste große Aufgabe, die sie mit aussagekräftigem Mezzo souverän meisterte.
(...)
Am Schluss des eindrucksvollen Konzertes wurden alle Mitwirkenden vom begeisterten Publikum mit Beifall überschüttet."
Heide Oehmen in RP KR, 07.11.16

Auszüge aus Rezensionen des 2. Chorkonzerts der Spielzeit 2015/2016:

"Gabriel Fauré: Der Tod erscheint als willkommene Befreiung
'Pie Jesu, Domine, dona eis sempiternam requiem – Gütiger Jesus, Herr, gib ihnen die ewige Ruhe' – gesungen von Sopranistin Sophie Witte mit hingebungsvoller, makelloser Intensität und von Carsten Seefing an der Chororgel einfühlsam begleitet – war zweifellos der Höhepunkt des zweiten Städtischen Chorkonzertes in der Evangelischen Hauptkirche am Rheydter Markt. Dieses flehentliche Gebet ist einer der Ruhepunkte im Requiem op. 48 von Gabriel Fauré, das (in der Fassung für zwei Solostimmen, Chor und kleines Orchester aus dem Jahre 1889) das Hauptwerk des zweiten Städtischen Chorkonzertes bildete.
Chordirektorin Maria Benyumova hatte ihren 'Niederrheinischen Konzertchor' auf die feierlich-erhabene, teils impressionistisch anmutende Tonsprache des stets farbig komponierenden Franzosen sorgfältig vorbereitet. Die vorbildliche klangliche Homogenität erreichte sie auch dadurch, dass sie ihre Choristen in gemischter Aufstellung und nicht durchgängig stimmenweise postiert hatte. Durch Benyumovas genaues, sparsames Dirigat war ein nahtloses Zusammengehen des Chores mit den einfühlsam begleitenden 'Niederrheinischen Sinfonikern' gewährleistet – wobei um eines beruhigenden Klanges willen die Geigen vom Komponisten gänzlich ausgespart sind. 'So sehe ich den Tod – als willkommene Befreiung' hatte Fauré einem Freund anvertraut, und getreu dieser Intention wussten alle Protagonisten – einschließlich des Baritons Rafael Bruck, der seine Soli eindringlich gestaltete – den am Schluss ausdauernd applaudierenden Zuhörern das tröstliche Tongemälde fesselnd zu vermitteln.
(...)"
Heide Oehmen in RP MG, 18.03.16

"Edward Elgar – leicht und schwingend
(...)
Das begeistert aufgenommene Requiem von Gabriel Fauré bildete den zweiten Teil dieses Abends und passte als geistliche Komposition genau in die Fastenzeit. Vor der Pause standen drei Werke von Elgar, Debussy und Mahler auf dem Programm. (...)
Nach der Pause dann trat der Chor in die teilweise rötlich angeleuchtete Apsis der Friedenskirche, das Orchester wurde um Bläser und Organisten erweitert. Gabriel Faurés Requiem wurde in der Fassung von 1889 aufgeführt, die der Franzose für die Kirche St. Madeleine komponiert hatte. Auffallend sind die beiden Sätze 'Pie Jesu' und 'In Paradisum', die Fauré dieser Version hinzugefügt hatte. Das 'Pie Jesu' ist typisch für französische Komonisten. Hier wurde es von der Solistin Sophie Witte gesungen, deren klarer, heller Sopran über Chor und Orchester hinweg Jesu Güte bejubelte. Die Partie des Bariton ('Offertorium' und 'Libera me') sang Rafael Bruck. Den letzten Satz des Requiems - Ins Paradies - konnt man hören als das musikalische Versprechen auf eine glückliche Wiederauferstehung.
Die Sphärenklänge gelangen dem Chor unter der Leitung von Maria Benyumova ausgezeichnet. Sie sind als eine musikalische Umsetzung von Dantes Beschreibung des Paradieses zu verstehen. Das Requiem wurde auch zur Beerdigung des Komponisten aufgeführt, der von einem Schüler als Ungläubiger beschrieben wurde. In seiner Komposition jedoch ist der Glaube an Glück nach dem Tod enthalten. Das für eine Kathedrale komponierte Stück ließ sich in der Krefelder Friedenskirche wunderbar aufführen - was für einen Kirchenraum geschrieben wurde, bereitet keine akustischen Probleme."
Christina Schulte in WZ KR, 21.03.16

"Harfenistin Stella Farina gab ein vielbejubeltes Debüt
Faurés Requiem op. 48 ist von einer optimistischen Sichtweise getragen, die der chor mit leuchtendem, hymnischen Klang zum Ausdruck brachte.
Um 'einen beseelten Klang' ging es Maria Benyumova nach ihrer eigenen Aussage im zweiten Chorkonzert. Und an dem durften sich die Zuhörer in der Friedenskirche dann auch erfreuen, denn der Chorleiterin und Kapellmeisterin am Theater Krefeld/Mönchengladbach gelang es, ihren Vorsatz in die Tat umzusetzen.
(...)
Mit Gabriel Faurés Requiem wurden dann im zweiten Teil die klanglichen Möglichkeiten ausgeweitet. Der Niederrheinische Konzertchor, (...), beeindruckte durch seine Strahlkraft ebenso wie durch seine Präzision.
Im Charakter eines Requiems spiegelt sich die Einstellung eines Komponisten zum Tod wider. Der Tod kann als Zerstörer gefürchtet oder als Erlösung von Leid, vielleicht auch als Erfüllung eines gut gelebten Lebens erwartet werden. Faurés Requiem op. 48 (in der Fassung von 1889) ist von einer optimistischen Sichtweise getragen, die der Chor mit leuchtendem, hymnischen Klang zum Ausdruck brachte.
Qualitätvoll waren auch die Gesangsleistungen der beiden Solisten. Ohne Fehl und ohne Tadel agierte Bariton Rafael Bruck. Sopranistin Sophie Witte trug ihren Part mit einer großartigen Musikalität vor und mit herrlich gestalteten Phrasierungen."
Gert Holtmeier in RP KR, 21.03.16

Auszüge aus Rezensionen des 1. Chorkonzerts der Spielzeit 2015/2016:

"Kütson widmet Mendelssohns Lobgesang den Toten von Paris
Als das erste Städtische Chorkonzert dieser Saison terminiert wurde, konnte noch niemand ahnen, welche schrecklichen Ereignisse die Menschen in diesen Tagen erschüttern würden. Dass Generamusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson und alle Mitwirkenden die für diesen Abend vorgesehene Sinfonie-Kantate 'Lobgesang' von Felix Mendelssohn Bartholdy den Toten von Paris widmeten, trug ihnen die einhellige Zustimmung im ansehnlich gefüllten Seidenweberhaus ein.
Mendelssohn (...) schrieb das Werk 1840 als Auftragskomposition anlässlich der 400-Jahr-Feier der Erfindung des Buchdrucks. Die vom Komponisten selbst ausgewählten biblischen Texte und Neudichtungen beinhalten (...) 'den Wandel von der Dunkelheit zum Licht' (...). Vielmehr möchte Mendelssohn diese Gedanken auch auf die epochale Erfindung der Buchdruckerkunst angewendet wissen, die Menschen von Dunkel des Unwissens zum Licht führt. - Formal ist der Einfluss von Beethovens Neunter Sinfonie unverkennbar (...).
Mihkel Kütson und seine Sinfoniker wussten die bildhafte und eingängige Klangsprache Mendelssohns mit strahlender Klangpracht (...) und seidigem Wohlklang der bestens disponierten Streicher faszinierend darzustellen.
Nur einmal irritierte die Interpretation des GMD: Den ersten Chor (...) nahm er in einem so raschen Zeitmaß, dass der bekenntnishafte Aspekt dieses Jubelgesangs leider ein wenig unterging. Auch Sophie Witte, die das anschließende Sopransolo animierend gestaltete, hätte ihre glockenreinen Höhenflüge vermutlich gerne ein wenig ruhiger ausgesungen. Doch das ist die einzige Einschränkung angesichts einer in jeder Weise fesselnden Aufführung, an der Michael Siemon mit tenoralem Glanz und Einfühlungsvermögen ebenso Anteil hatte wie Manon Blanc-Delsalle aus dem Opernstudio, deren hell timbrierter Mezzo sich im Duett mit Witte bestens einfügte. Der Niederrheinische Konzertchor – Einstudierung Maria Benyumova – wusste mit beachtlicher Homogenität, klarer Diktion und reich differenzierter Darstellung sehr zu gefallen.
Großer Beifall dankte allen Mitwirkenden, und das Publikum ging reich beschenkt nach Hause. "
Heide Oehmen in RP Krefeld, 19.11.15; Kritik RP MG 21.11. vergleichbar von gleicher Autorin

Auszüge aus Rezensionen des 2. Chorkonzerts der Spielzeit 2014/2015:

"Oratorium fesselt über zweieinhalb Stunden
Mönchengladbach. Am Fronleichnamstag ein großes Chorkonzert anzubieten ist eine riskante Entscheidung, werden doch die Feiertage mitten in der Woche zunehmend für Kurzurlaube genutzt. So war der Besuch bei der Aufführung des Oratoriums "Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn in der Kaiser-Friedrich-Halle weder dem wunderschönen Werk noch dessen bemerkenswerter Interpretation angemessen.
Zunächst ist der gut gerüsteten Niederrheinischen Chorgemeinschaft ein Kompliment zu machen. Bereits im auf den Frühling einstimmenden Chorsatz "Komm, holder Lenz" nahmen die rund 60 Damen und Herren dank gepflegter, flexibler Tongebung und deutlicher Diktion für sich ein. Die immer noch herrschende Crux der Unterbesetzung in den Männerstimmen wurde meist geschickt kaschiert. Auch die so "leicht" anmutenden, aber tückisch schweren Haydn'schen Fugen wussten die von Chordirektorin Maria Benyumova geschulten Vokalisten beachtlich zu meistern. Nach dem strahlkräftigen Schlusschor "Dann singen wir, dann gehen wir ein in deines Reiches Herrlichkeit" feierte das trotz der Länge des Werkes bis zum Schluss faszinierte Publikum den Chor mit ausdauerndem Applaus. Dieser galt in gleichem Maße den Niederrheinischen Sinfonikern, die sich mit edlem Wohlklang dem vokalen Geschehen anpassten, die Einleitungen zu den jeweiligen Jahreszeiten ausdrucksvoll muszierten und mit ungezählten feinen Soli glänzten.
Den drei Solisten sind umfangreiche Arien, Duette und Terzette zugedacht, alle sehr dankbar, aber hoch anspruchsvoll. Sopranistin Sophie Witte wirkte mit ihrem silbrigen, dennoch warm getönten Sopran, mit Koloraturfertigkeit und müheloser Höhe wie geschaffen für die Partie der Hanne. Lediglich die Textverständlichkeit war nicht durchgehend gegeben. Rafael Bruck gab - nach einigen pathetischen Übertreibungen zu Beginn - einen sich achtbar steigernden Simon, der vor allem in der ernsten Arie "Erblicke nun, betörter Mensch" dank seines volumenreichen Baritons mit guter Höhe und durchaus noch ausbaufähiger Tiefe fesselte. - Nicht durchgängig überzeugen konnte diesmal der Tenor Michael Siemon als Lukas. Neben sehr ausgeglichenen dezenten Passagen wirkte sein Forte oft unorganisch. Als Terzett agierten die drei klangschön und einfühlsam zusammen.
Generalmusikdirektor Mihkel Kütson achtete mit vollem Körpereinsatz auf nahtloses Miteinander und reiche Differenzierung. Er brachte (da er zwischen den einzelnen Nummern keine Pausen zuließ) das Kunststück fertig, die zweieinhalb Stunden zu keinem Zeitpunkt langatmig erscheinen zu lassen. Am Schluss dankte er allen seinen Mitstreitern mit einer tiefen Verbeugung."
Heide Oehmen in RP online, 06.06.15

© Krefelder Singverein e.V. 2012 | Quellen: Rheinische Post Krefeld/Mönchengladbach, Westdeutsche Zeitung Krefeld/Mönchengladbach
Fotos: ©Matthias Sturre (1), ©Thomas Lammertz (1), ©C. Kluth-Wallé (1)